Sea Side Galerie
Sea Side Galerie

                                                                                 IDEE

Kunst gegen die Vermüllung der Meere

 

Plastikmüll und seine Folgen

 

Mehr als zehn Millionen Tonnen Abfälle gelangen jährlich in die Ozeane. Sie kosten Abertausende Meerestiere das Leben. Seevögel verwechseln Plastik mit natürlicher Nahrung, Delfine verfangen sich in alten Fischernetzen.  Kaum eine Bedrohung der Meere ist heute so sichtbar wie die Belastung durch Plastikabfälle. In knapp 100 Jahren hat das anfänglich vielgelobte Material unseren blauen Planeten unwiederbringlich verändert. Wurden in den 1950er Jahren knapp 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert sind es heute fast 400 Millionen Tonnen. Und ein viel zu großer Teil davon landet im Meer. (NABU)

Etwa 75 Prozent des gesamten Meeresmülls besteht aus Kunststoffen. Der jährliche Eintrag von Kunststoff beträgt 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen. Nach Angaben des Umweltprogramms der vereinten Nationen (UNEP) treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Doch was wir sehen ist nur die Spitze des Eisbergs, mehr als 90 Prozent der Abfälle sinken auf den Meeresboden und bleiben unserem Auge verborgen. Plastik ist im Meer nahezu unvergänglich, nur langsam zersetzt es sich durch Salzwasser und Sonne und gibt nach und nach kleinere Bruchstücke an die Umgebung ab.

Die Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft kosten jedes Jahr bis zu 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel das Leben. Die Tiere verhungern mit vollen Mägen, da Plastik den Verdauungsapparat verstopft, Wale und Delfine, aber auch Schildkröten, verfangen sich in alten Fischernetzen, ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei Befreiungsversuchen. Ein besonderes Phänomen sind die sogenannten Müllstrudel. Hydrographische Wirbel sammeln hier gigantische Müllteppiche an. Der wohl bekannteste ist der "Great Pacific Garbage Patch" im Nordpazifik zwischen Hawaii und Kalifornien.

 

Doch nicht nur physische Gefahren lauern. Bei den Zersetzungsprozessen werden gefährliche Inhaltsstoffe wie Bisphenol A, Phtalate oder Flammschutzmittel freigesetzt, die sich in der Nahrungskette anreichern und nachhaltig das Erbgut und den Hormonhaushalt mariner Lebewesen beeinflussen können. Auch sind in der Langzeitfolge schädliche Auswirkungen auf den Menschen nicht auszuschließen. Die kleinen Plastikpartikel ziehen dabei im Meerwasser gelöste Umweltgifte wie das Insektizid DDT oder PCBs an wie ein Magnet. Eine tödliche Mahlzeit für Filtrierer wie Muscheln oder Korallen. Erst in den letzten Jahren wurde bekannt, dass auch viele Kosmetikprodukte Plastikpartikel enthalten. Laut der NABU-Studie zu Kosmetikprodukten und Putzmitteln werden jährlich durch die Nutzung ca. 1.000 Tonnen Mikroplastik in das Abwassersystem eingeleitet.

In Europa werden Jahr für Jahr Millionen Tonnen Plastik ganz selbstverständlich nach einmaligem Gebrauch weg geworfen. Plastiktüten, Plastikflaschen und auch Zigarettenkippen gehören zu den
häufigsten Fundstücken am Strand. Der meiste Abfall kommt dabei vom Land, achtlos wegegeworfen und über Flüsse und den Wind ins Meer getragen. Geschätzte 380 Tonnen Kunststoff schwemmt der Rhein jedes Jahr in die Nordsee. Daneben spielen regional auch die Einträge aus der Schifffahrt, der Fischerei und der Offshore-Industrie eine große Rolle. Allein am Grund der Nordsee liegen vermutlich mehr als 600.000 Kubikmeter Müll, das entspricht 1,5 Mal dem Kölner Dom.

Jede*r von uns kann helfen, die Meere sauberer zu machen –
Meeresschutz fängt zu Hause an. Unser Konsum- und Wegwerfverhalten kann helfen, das Überleben der vielfältigen Meereswelt zu sichern.

Ich will mit meinen Aktionen unser Verhältnis zu Plastik und Müll sichtbar machen und unserer Wegwerfgesellschaft den Spiegel vorhalten.

 

Wie passt unsere Liebe zur Natur im Weltnaturerbe Wattenmeer mit unserem Konsumverhalten zusammen? Ich verarbeitet zum Beispiel Fundstücke am Strand der Insel Föhr – meinem Heimatplaneten – im Atelier zu neuen Bildaussagen-

 

Und gerade die Stürme der letzten Tage zeigen Wirkung. Plastikmüll, zerrieben von Wind und Wellen zu winzigen, unter fünf Millimeter kleinen Teilchen. Die Folgen für Umwelt, Tiere und Menschen sind heute noch gar nicht klar. Der Kunststoff, der bereits in der Umwelt ist, wird sich weiter zersetzen zu Mikroplastik. Und dadurch wird die Konzentration von Mikroplastik unweigerlich zunehmen in der Umwelt."

 

Der Mensch scheint das einzige Lebewesen, das Abfall produziert, sagt Michael Braungart, Professor für Ökodesign in Lüneburg. "Wir sind also dümmer als andere Lebewesen, denn in einem begrenzten System wie der Erde Abfälle zu produzieren, bedeutet, dass wir unser eigenes Ende vorbereiten. Die Natur kennt keine Abfälle, dort ist alles Nährstoff, und deshalb müssen wir von der Natur lernen, dass eben alles, was wir machen, nützlich ist für Kreisläufe."

 

Plastikmüll reduzieren reicht nicht

 

Besonders Fahrbahnmarkierungen enthalten viel Mikroplastik.

 

Auch Mikroplastik ist ein Reizthema für Michael Braungart. Ein Großteil stammt von Autoreifen-Abrieb und Fahrbahnbeschichtungen. Auch der neue Schriftzug der Fridays for Future-Bewegung auf einer Straße in der Hamburger Innenstadt ärgert ihn. Gut gemeint, aber schlecht gemacht. "Ich unterstütze Fridays For Future und finde es wirklich gut, dass die jungen Leute protestieren. Aber die Farbe ist natürlich mit Mikroplastik drauf. Nur dadurch bleibt sie ja fest. Aber sie reibt sich ab und fast zehn Prozent von Mikroplastik sind Fahrbahnmarkierungen oder eben Abrieb. Und darum ist das natürlich nicht unbedingt toll." Braungart fordert ein radikales Umdenken. Plastikmüll reduzieren - das reicht nicht aus. Wir sollten gar keinen Müll mehr produzieren. Alles Material sollte kreislauffähig sein. Und so forscht Braungart an biologisch abbaubaren Verpackungen und Textilien. Für eine Welt ohne Plastikmüll.

 

Meeresmüll - Plastik ist überall

 

Die Verschmutzung der Meere und Strände mit Plastikmüll ist ein lange Zeit übersehenes, aber mittlerweile viel beachtetes Umweltthema. Leider ist der Müll, der sich weltweit an den Stränden sammelt, nur ein kleiner Teil des im Meer treibenden oder schon auf den Meeresgrund gesunkenen Mülls. Plastikteile jeglicher Art und Größe verteilen sich immer weiter in den Weltmeeren – auch bis in die Polarregionen und in die Tiefsee. Sie haben aufgrund ihrer teils giftigen Inhaltstoffe und ihrer extremen Langlebigkeit vielfältige schädigende Wirkungen auf die gesamten marinen Ökosysteme.

Hätten Sie’s gewusst?

  • dass sechsmal mehr Plastikmüll als Plankton im Meer schwimmt?
  • dass jede Minute eine LKW-Ladung Plastikmüll ins Meer gekippt wird?
  • dass sich in kosmetischen Artikeln jede Menge Plastik befindet?

 

Wo kommt der Müll her?

 

Man unterscheidet zwischen seeseitigen und landseitigen Einträgen von Müll ins Meer. Zu den seeseitigen Quellen gehören die gewerbliche Schifffahrt, Offshore-Anlagen, Fischerei und Muschelkulturen sowie illegale Verklappungen. Müll vom Land wird durch die Freizeit- und Tourismusaktivitäten an den Küsten und aus dem Binnenland über die Flüsse eingetragen. In manchen Ländern gibt es auch Müllkippen in Küstennähe, die sich ins Meer ergießen.

Der größte Teil des Mülls in der Nordsee stammt wahrscheinlich aus der Schifffahrt, wobei die Fischerei einen erheblichen Anteil verursacht. Aber auch die landseitigen Freizeit- und Tourismusaktivitäten verursachen viel Müll, der im Meer landet.

Die Schutzstation führt seit 1992 eigene Strandmülluntersuchungen durch, deren Ergebnisse 2015 in eine Veröffentlichung mit mehreren Partnern einflossen. Diese Studie kann per Mail bei uns bestellt werden. Eine Kurzform ist hier im Internet einsehbar. Strandmüllfunde können über den BeachExplorer.org erfasst werden.

 

Welche Probleme macht der Müll?

 

Treibende Netze (Ghostnets), führen zum Verfangen und Ertrinken von Seevögeln und Meeressäugern, in Tropenmeeren auch von Seeschildkröten, Haien und Walen. In Schnüren, Tauen und Seilen können Tiere sich verheddern, strangulieren oder verletzen. Im Vogelfelsen von Helgoland strangulieren sich pro Jahr etwa 50 Seevögel an Plastikschnüren, die von Basstölpeln gerne als Nistmaterial verbaut werden. Besonders „Dollyropes“, die als Scheuerschutz an der Unterseite von Fischnetzen angebracht werden und massenhaft abreißen, tragen viel zu dieser Todesursache für Seevögel bei.

 

Viele Meerestiere verwechseln auch kleine Plastikteile mit Essbarem und verhungern dann bei verstopftem Magen. Dies gilt insbesondere für den Eissturmvogel an der Nordsee und für die Albatrosse weltweit.

Treibende Müllteile dienen als Transportmittel für fremde Arten, die sich dann fern ihrer Heimat ansiedeln und im neuen Ökosystem heimische Arten verdrängen können.

 

Verschwindet das Plastik?

 

Plastik verrottet nicht, sondern zerfällt durch Wellenschlag oder UV-Einstrahlung in immer kleinere Teile, bis es als Mikroplastik (unter 5 mm) für uns irgendwann im Freiland kaum noch sichtbar ist. Wahrscheinlich schreitet dieser Zerfall auch noch fort bis zu Nanoplastik (unter 1 Mikrometer).

 

Das Mikroplastik vermischt sich mit Sedimenten und den Sandkörnern am Strand oder driftet frei im Wasser. Aus dem alternden Plastik werden giftige Weichmacher und Flammschutzmittel freigesetzt. Gleichzeitig wirken kleine Plastikteile wie Magnete für verschiedene Umweltgifte und reichern diese an. Fressen Tiere diese Bröckchen, gelangen die Gifte konzentriert in ihren Verdauungstrakt. Bis heute ist unklar, wie Mikro- und Nanoplastik im Meer auf Planktonfresser wirken, die diese Teilchen verschlucken.

 

 

Art against the littering of the oceans

 

Plastic waste and its consequences

 

More than ten million tonnes of waste end up in the oceans every year. They cost the lives of thousands and thousands of marine animals. Seabirds mistake plastic for natural food, dolphins get caught in old fishing nets.  Hardly any threat to the oceans today is as visible as the pollution caused by plastic waste. In just under 100 years, the initially much-praised material has irrevocably changed our blue planet. In the 1950s, just under 1.5 million tonnes of plastic were produced per year, today it is almost 400 million tonnes. And far too much of it ends up in the sea. (NABU)

 

About 75 percent of all marine litter consists of plastics. The annual input of plastic amounts to 4.8 to 12.7 million tonnes. According to the United Nations Environment Programme (UNEP), there are now up to 18,000 pieces of plastic of various sizes floating on every square kilometre of ocean surface. But what we see is only the tip of the iceberg; more than 90 per cent of the waste sinks to the ocean floor and remains hidden from our eyes. Plastic is almost imperishable in the sea, only slowly decomposing due to salt water and sun and gradually releasing smaller fragments into the environment.

 

The remnants of our throwaway society cost the lives of up to 135,000 marine mammals and one million seabirds every year. Animals starve to death with full stomachs because plastic clogs their digestive systems, whales and dolphins, but also turtles, get caught in old fishing nets, drown or suffer serious injuries when trying to free themselves. A special phenomenon are the so-called rubbish whirlpools. Hydrographic eddies accumulate gigantic rubbish carpets here. Probably the best known is the "Great Pacific Garbage Patch" in the North Pacific between Hawaii and California.


But not only physical dangers lurk. The decomposition processes release dangerous substances such as bisphenol A, phthalates or flame retardants, which accumulate in the food chain and can have a lasting effect on the genetic material and hormone balance of marine organisms. Harmful long-term effects on humans cannot be ruled out either. The small plastic particles attract environmental toxins dissolved in seawater, such as the insecticide DDT or PCBs, like a magnet. A deadly meal for filter feeders like mussels or corals. Only in recent years has it become known that many cosmetic products also contain plastic particles. According to the NABU study on cosmetics and cleaning products, about 1,000 tonnes of microplastics are discharged into the sewage system every year through use.

In Europe, millions of tonnes of plastic are thrown away year after year as a matter of course after single use. Plastic bags, plastic bottles and cigarette butts are among the most common items found on the beach. Most of the waste comes from the land, carelessly thrown away and carried into the sea by rivers and the wind. The Rhine washes an estimated 380 tonnes of plastic into the North Sea every year. In addition, inputs from shipping, fishing and the offshore industry also play a major role regionally. At the bottom of the North Sea alone, there are probably more than 600,000 cubic metres of waste, which is 1.5 times the size of Cologne Cathedral.

 

Each of us can help make the oceans cleaner - marine conservation starts at home. Our consumption and throwaway behaviour can help to ensure the survival of the diverse marine world.

With my actions, I want to make our relationship to plastic and waste visible and hold a mirror up to our throwaway society.

How does our love of nature in the Wadden Sea World Heritage Site fit in with our consumer behaviour? For example, I process found objects on the beach of the island of Föhr - my home planet - in the studio into new pictorial statements.

And the storms of the last few days are having an effect. Plastic waste, ground up by wind and waves into tiny particles less than five millimetres in size. The consequences for the environment, animals and people are not yet clear. The plastic that is already in the environment will continue to decompose into microplastic. And as a result, the concentration of microplastics will inevitably increase in the environment."

Humans seem to be the only living beings that produce waste, says Michael Braungart, professor of eco-design in Lüneburg. "So we are dumber than other living beings, because producing waste in a limited system like the Earth means we are preparing our own end. Nature doesn't know waste, everything there is nutrient, and so we have to learn from nature that just everything we make is useful for cycles."

Reducing plastic waste is not enough

 

Road markings in particular contain a lot of microplastic.

 

Microplastics are also an irritant for Michael Braungart. Much of it comes from car tyre wear and road coatings. The new lettering of the Fridays for Future movement on a street in Hamburg's city centre also annoys him. Well-intentioned, but badly done. "I support Fridays For Future and think it's really good that young people are protesting. But of course the paint has microplastics on it. That's the only way it stays solid. But it rubs off and almost ten percent of microplastics are road markings or abrasion. And that's why, of course, it's not necessarily great." Braungart calls for a radical rethink. Reducing plastic waste - that's not enough. We shouldn't produce any more waste at all. All material should be recyclable. And so Braungart is researching biodegradable packaging and textiles. For a world without plastic waste.

Marine litter - plastic is everywhere

 

The pollution of the oceans and beaches with plastic waste is an environmental issue that has been overlooked for a long time, but is now receiving a lot of attention. Unfortunately, the rubbish that collects on beaches worldwide is only a small part of the trash floating in the ocean or already sinking to the bottom of the sea. Plastic parts of all kinds and sizes are spreading further and further into the world's oceans - even as far as the polar regions and the deep sea. Due to their partly toxic contents and their extreme longevity, they have a variety of damaging effects on the entire marine ecosystems.

 

Did you know?

    that six times more plastic waste than plankton is floating in the sea?
    that a truckload of plastic waste is dumped into the sea every minute?
    that there is a lot of plastic in cosmetic products?

 

Where does the litter come from?


A distinction is made between seaward and landward inputs of litter into the sea. Sea-based sources include commercial shipping, offshore installations, fisheries and shellfish culture, as well as illegal dumping. Land-based litter is introduced through coastal recreational and tourism activities and from inland areas via rivers. In some countries, there are also dumpsites near the coast that spill into the sea.

Most of the litter in the North Sea probably comes from shipping, with fishing causing a significant proportion. But land-based recreational and tourism activities also cause a lot of litter to end up in the sea.

The Schutzstation has been conducting its own beach litter surveys since 1992, the results of which were included in a publication with several partners in 2015. This study can be ordered from us by mail. An abridged version can be viewed on the internet here. Beach litter findings can be recorded via BeachExplorer.org.

 

What problems does the litter cause?


Drifting nets (ghost nets) lead to the entanglement and drowning of seabirds and marine mammals, in tropical seas also of sea turtles, sharks and whales. Animals can become entangled, strangled or injured in strings, ropes and cables. In the bird cliff of Helgoland, about 50 seabirds per year strangle themselves on plastic ropes, which gannets like to use as nesting material. Especially "dollyropes", which are attached to the underside of fishing nets as chafe protection and break off en masse, contribute a lot to this cause of death for seabirds.

Many marine animals also mistake small pieces of plastic for edibles and then starve to death with their stomachs blocked. This is especially true for the fulmar in the North Sea and for albatrosses worldwide.

Floating pieces of rubbish serve as a means of transport for alien species, which then settle far from their home and can displace native species in the new ecosystem.

Is plastic disappearing?


Plastic does not rot, but disintegrates into smaller and smaller pieces due to wave action or UV radiation, until at some point it is hardly visible to us in the open as microplastic (less than 5 mm). This decomposition probably also progresses to nanoplastics (less than 1 micrometre).

The microplastics mix with sediments and the sand grains on the beach or drift freely in the water. Toxic plasticisers and flame retardants are released from the ageing plastic. At the same time, small pieces of plastic act like magnets for various environmental toxins and accumulate them. If animals eat these crumbs, the toxins are concentrated in their digestive tract. It is still unclear how micro- and nanoplastics in the sea affect plankton eaters that swallow these particles.

 

L'art contre la pollution des mers


Les déchets plastiques et leurs conséquences


Plus de dix millions de tonnes de déchets sont déversées chaque année dans les océans. Ils coûtent la vie à des milliers et des milliers d'animaux marins. Les oiseaux marins confondent le plastique avec la nourriture naturelle, les dauphins se prennent dans les vieux filets de pêche.  Peu de menaces pour les mers sont aujourd'hui aussi visibles que la pollution par les déchets plastiques. En à peine 100 ans, ce matériau initialement très apprécié a irrémédiablement modifié notre planète bleue. Alors que dans les années 1950, on produisait à peine 1,5 million de tonnes de plastique par an, on en produit aujourd'hui près de 400 millions de tonnes. Et une part bien trop importante de ce plastique finit dans la mer. (NABU)

Environ 75 pour cent de tous les déchets marins sont constitués de plastique. L'apport annuel de plastique se situe entre 4,8 et 12,7 millions de tonnes. Selon le Programme des Nations Unies pour l'environnement (PNUE), jusqu'à 18.000 morceaux de plastique de différentes tailles flottent désormais sur chaque kilomètre carré de surface marine. Mais ce que nous voyons n'est que la pointe de l'iceberg, plus de 90 pour cent des déchets coulent au fond de la mer et restent cachés à nos yeux. Le plastique est quasiment impérissable dans la mer, ce n'est que lentement qu'il se décompose sous l'effet de l'eau salée et du soleil, libérant peu à peu de petits fragments dans l'environnement.

Les restes de notre société du tout-jetable coûtent chaque année la vie à jusqu'à 135 000 mammifères marins et un million d'oiseaux de mer. Les animaux meurent de faim, l'estomac plein, car le plastique obstrue leur système digestif, les baleines et les dauphins, mais aussi les tortues, se prennent dans les vieux filets de pêche, se noient ou subissent de graves blessures en tentant de se libérer. Les "tourbillons de déchets" sont un phénomène particulier. Des tourbillons hydrographiques y accumulent de gigantesques tapis de déchets. Le plus connu est sans doute le "Great Pacific Garbage Patch" dans le Pacifique nord entre Hawaï et la Californie.


Mais les dangers ne sont pas seulement physiques. Les processus de décomposition libèrent des substances dangereuses telles que le bisphénol A, les phtalates ou les retardateurs de flamme, qui s'accumulent dans la chaîne alimentaire et peuvent influencer durablement le patrimoine génétique et l'équilibre hormonal des êtres vivants marins. Des effets néfastes à long terme sur l'homme ne sont pas non plus à exclure. Les petites particules de plastique attirent comme un aimant les toxines environnementales dissoutes dans l'eau de mer, comme l'insecticide DDT ou les PCB. Un repas mortel pour les filtreurs comme les moules ou les coraux. Ce n'est que ces dernières années que l'on a appris que de nombreux produits cosmétiques contenaient également des particules de plastique. Selon l'étude de la NABU sur les produits cosmétiques et les produits d'entretien, environ 1.000 tonnes de microplastiques sont rejetées chaque année dans le système des eaux usées du fait de leur utilisation.

En Europe, des millions de tonnes de plastique sont naturellement jetées chaque année après un seul usage. Les sacs en plastique, les bouteilles en plastique et les mégots de cigarettes font partie des objets les plus fréquemment trouvés sur les plages. La plupart des déchets proviennent de la terre ferme, jetés négligemment et emportés par les rivières et le vent jusqu'à la mer. On estime que le Rhin déverse chaque année 380 tonnes de plastique dans la mer du Nord. Par ailleurs, les apports de la navigation, de la pêche et de l'industrie offshore jouent également un rôle important au niveau régional. Rien qu'au fond de la mer du Nord, il y a probablement plus de 600.000 mètres cubes de déchets, ce qui correspond à une fois et demie la cathédrale de Cologne.

Chacun* d'entre nous peut aider à rendre les mers plus propres - la protection des mers commence à la maison. Nos habitudes de consommation et de gaspillage peuvent contribuer à assurer la survie du monde marin si diversifié.

Par mes actions, je veux rendre visible notre rapport au plastique et aux déchets et tendre un miroir à notre société du tout-jetable.


Comment notre amour de la nature dans le patrimoine naturel mondial de la mer des Wadden s'accorde-t-il avec notre comportement de consommateur ? Je transforme par exemple des objets trouvés sur la plage de l'île de Föhr - ma planète natale - en de nouvelles expressions picturales dans mon atelier.


Et les tempêtes de ces derniers jours font justement leur effet. Les déchets plastiques, réduits par le vent et les vagues en minuscules particules de moins de cinq millimètres. Les conséquences pour l'environnement, les animaux et les hommes ne sont pas encore claires. Le plastique déjà présent dans l'environnement va continuer à se décomposer en microplastiques. Et par conséquent, la concentration de microplastiques va inévitablement augmenter dans l'environnement".


L'homme semble être le seul être vivant à produire des déchets, affirme Michael Braungart, professeur d'écodesign à Lüneburg. "Nous sommes donc plus stupides que les autres êtres vivants, car produire des déchets dans un système limité comme la Terre signifie que nous préparons notre propre fin. La nature ne connaît pas les déchets, tout y est nutritif, et nous devons donc apprendre de la nature que justement tout ce que nous faisons est utile aux cycles".

D'où viennent les déchets ?
On distingue les apports de déchets en mer et à terre. Les sources côté mer comprennent la navigation commerciale, les installations offshore, la pêche et la conchyliculture ainsi que les déversements illégaux. Les déchets d'origine terrestre sont apportés par les activités de loisirs et de tourisme sur les côtes et depuis l'intérieur des terres via les rivières. Dans certains pays, il existe également des décharges à proximité des côtes qui se déversent dans la mer.

La majeure partie des déchets de la mer du Nord provient probablement de la navigation, la pêche étant à l'origine d'une part importante. Mais les activités de loisirs et de tourisme à terre génèrent également beaucoup de déchets qui finissent dans la mer.

Depuis 1992, le Schutzstation mène ses propres enquêtes sur les déchets de plage, dont les résultats ont été intégrés en 2015 dans une publication avec plusieurs partenaires. Cette étude peut être commandée par mail auprès de nos services. Une version abrégée peut être consultée ici sur Internet. Les découvertes de déchets de plage peuvent être enregistrées via le site BeachExplorer.org.

Quels sont les problèmes causés par les déchets ?
Les filets flottants (ghostnets), entraînent la capture et la noyade d'oiseaux de mer et de mammifères marins, ainsi que de tortues de mer, de requins et de baleines dans les mers tropicales. Les animaux peuvent s'emmêler, s'étrangler ou se blesser dans les ficelles, les cordes et les cordages. Dans le rocher d'Helgoland, environ 50 oiseaux de mer s'étranglent chaque année avec des cordes en plastique que les fous de Bassan utilisent volontiers comme matériau de nidification. Les "dollyropes" en particulier, qui sont attachés à la partie inférieure des filets de pêche pour les protéger du frottement et qui se détachent en masse, contribuent largement à cette cause de mortalité des oiseaux marins.

De nombreux animaux marins confondent également les petits morceaux de plastique avec des produits comestibles et meurent alors de faim, l'estomac bouché. C'est notamment le cas du fulmar boréal de la mer du Nord et des albatros du monde entier.

Les déchets flottants servent de moyen de transport pour les espèces étrangères qui s'installent alors loin de chez elles et peuvent supplanter les espèces locales dans le nouvel écosystème.

Le plastique va-t-il disparaître ?
Le plastique ne pourrit pas, mais se désagrège en morceaux de plus en plus petits sous l'effet des vagues ou des rayons UV, jusqu'à ce qu'il devienne à peine visible pour nous en plein air sous forme de microplastiques (moins de 5 mm). Il est probable que cette décomposition se poursuive jusqu'aux nanoplastiques (moins d'un micromètre).

Les microplastiques se mélangent aux sédiments et aux grains de sable sur la plage ou dérivent librement dans l'eau. Le plastique vieillissant libère des plastifiants et des retardateurs de flamme toxiques. Parallèlement, de petits morceaux de plastique agissent comme des aimants pour différentes toxines environnementales et les enrichissent. Si les animaux mangent ces miettes, les toxines se concentrent dans leur système digestif. Jusqu'à présent, on ne sait pas exactement comment les micro et nanoplastiques présents dans la mer agissent sur les planctonophages qui ingèrent ces particules.